Interview

„Das beste Mittel, um fit zu sein, ist viel Schlaf.“

Hallo Lorenz, du bist Snowboard-Fotograf. Wie läuft dein Jahr in der Regel so ab?
Von Oktober bis Mai bin ich eigentlich ständig unterwegs und schieße Bilder für Magazine und für Snowboard-Firmen. Im Sommer bin ich zu Hause in München und überlege mir neue Projekte für den nächsten Winter.

Was hast Du für diesen Winter geplant, wie sieht dein erstes Projekt aus?
Ich werde im Dezember nach Skandinavien reisen und dort mit drei Fahrern aus Helsinki, Oslo und Stockholm eine Bildstrecke über urbanes Snowboarden produzieren. Wir werden neue Spots suchen und dort fahren, wo niemand es erwartet.

Jibben in der Stadt kennt man als Münchner ja fast nur von Bildern. Gibt es tatsächlich Snowboarder, die ein Rail in der Stadt einem Berg vorziehen?
Hier in München wohl nicht. Aber wir haben auch selten genug Schnee in der Stadt und außerdem die Berge direkt vor der Haustür. In Helsinki und in anderen skandinavischen Städten hingegen liegt den ganzen Winter konstant viel Schnee, und die Berge sind weiter weg und auch nicht besonders hoch. Dort gibt es immer Kids, die mit dem Brett in der Stadt unterwegs sind.

Im Vergleich zu einem Shooting in den Bergen: Was ist anders in der Stadt?
In der Stadt ist man vor allem nachts unterwegs, da man tagsüber oft von den Spots vertrieben wird. Nachts ist einfach weniger los und man kann in Ruhe arbeiten, Eine Fotosession geht dann gerne mal bis 4 Uhr in der Früh. Der nächste Tag wird dann genutzt, um neue Spots zu erkundschaften.

Fotografieren stelle ich mir körperlich nicht besonders anstrengend vor. Wie kommt es, dass du im Team von NiceOne bist?
Klar, um auf den Auslöser zu drücken, braucht man nicht viel Kraft. Aber man hat ständig das ganze Equipment dabei und schleppt es durch den Schnee. Das kann vor allem im Backcountry sehr anstrengend sein. Aber auch in der Stadt ist das Fotografieren nicht ohne. Nachts um 3 Uhr ist es in Helsinki verdammt kalt. Das stundenlange Stillstehen in der Kälte zehrt an der Energie. Man agiert ja auch als Team, das heißt, nicht nur die Fahrer schaufeln ihre Kicker. Nach einem langen Tag und einem anschließenden Nightshoot fällt man total k. o. ins Bett.

Was tust du, um fit zu bleiben?
Wir haben immer viel zu Trinken dabei und in meinem Rucksack sind immer ein paar Bananen und Energieriegel. Wenn ich beispielsweise in Skandinavien in der Stadt shoote, gehen wir des Öfteren in ein Café zum Aufwärmen. Das beste Mittel, um fit zu sein, ist aber viel Schlaf. Deswegen sind auf längeren Trips auch immer 1-2 Tage Pause eingeplant, in denen sich der Körper erholen kann.

Lorenz arbeitet für Nitro Snowboards, das Pleasure Snowboard Magazin und weitere verschiedene Magazine.

Steckbrief


bild 1

Fotograf

Lorenz Holder

Alter
31

 

Wohnort
München

 

Ausgleichsport
Lesen, Bloggen, Reisen

 

Größte Erfolge
1.Platz Sony World Photography Awards 2009, Top 5 Red Bull Illume Award 2010

 

Aktuelle Ziele
Noch mehr Tage im Schnee verbringen

 

Online
www.lorenzholder.com

 

 

 

 
 
 

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